CDU: Polizeipräsenz an Schulen ist keine dauerhafte Lösung
Präventive Maßnahmen zeigen deutlich belegte Wirksamkeit für Schulklima und Gewaltprävention – Strukturierte Aufarbeitung der Schulmisere und ganzheitliches Konzept fehlt im Land
Aktuelle wissenschaftliche Analysen zu Sicherheitsstrategien an Schulen kommen zu klaren Ergebnissen: Präventive und beziehungsorientierte Maßnahmen sind empirisch deutlich besser abgesichert, als dauerhafte polizeiliche Präsenz.
„Während die Anwesenheit von Polizeikräften in bestimmten Situationen das Sicherheitsgefühl stärken kann, zeigen internationale Studien – insbesondere aus den Vereinigte Staaten – keine eindeutigen Belege für eine effektive Reduktion schwerer Gewalt. Gleichzeitig werden mögliche Nebenwirkungen wie eine verstärkte Kriminalisierung von Schüler*innen und Belastungen des Schulklimas diskutiert. Auch in Ludwigshafen fehlt der fundierte Nachweis für nachhaltige Verbesserungen durch Polizeipräsenz. „Es müssen andere dauerhafte Lösungen her, viele Schulen im Land haben Bedarfe. Wir eiern seit einem dreiviertel Jahr damit rum.“, erläutert die jugendpolitische Sprecherin der CDU- Stadtratsfraktion Dr. Wilhelma Metzler.
Studien zu schulbasierten psychologischen Unterstützungsangeboten „school-based mental health services“ zeigen, dass frühzeitige Beratung und psychosoziale Interventionen emotionale Belastungen reduzieren und Risikoverhalten vorbeugen können. Gewaltprävention ist dann besonders wirksam, wenn psychische Gesundheit systematisch gefördert und Unterstützungsstrukturen niedrigschwellig zugänglich sind. „Diese Angebote sollten in die Regelangebote der Schulen integriert werden, um ihre Wirksamkeit entfalten zu können. Weg von hohen Zugangshürden, der Stigmatisierung im Abseits des Schulalltags. Mental Health gewinnt in unserer digitalen Welt zunehmend an Bedeutung.“, so Metzler
Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen zudem, dass gut ausgestattete Schulsozialarbeit Konflikte frühzeitig erkennt und deeskalierend eingreifen kann. Studien belegen positive Effekte auf das Schulklima, die Konfliktlösungskompetenz von Schüler*innen sowie eine Verringerung von Disziplinarmaßnahmen. Zentral ist dabei ein Ansatz, der auf Verantwortungsübernahme, Beziehungspflege und nachhaltige Konfliktbearbeitung setzt. Solche Konzepte ermöglichen es Schulen, nicht primär mit Sanktionen zu reagieren, sondern soziale Kompetenzen gezielt zu fördern und problematisches Verhalten präventiv zu reduzieren. Dies kann sich zugleich positiv auf die schulischen Leistungen auswirken.
„Leider werden die vorhandenen Stellen für die Schulsozialarbeit in Ludwigshafen nur zum Teil vom Land finanziert, hier könnten wir deutlich mehr Unterstützung gebrauchen, es hat sich gezeigt, dass hier zu wenige Schulsozialarbeiter, ohne die notwendige auf die vielfältigen Problemlagen an den Schulen ausgerichtete multi-professionelle Unterstützung agieren müssen, Schule, Schulsozialarbeit und Mental Health müssen endlich als ein Gesamtkonzept begriffen werden., so Metzler.“
„Nachhaltige Sicherheit entsteht vor allem durch stabile Beziehungen, frühzeitige Unterstützung und eine positive Schulentwicklung – nicht primär durch repressive Maßnahmen, sondern durch fundierte Prävention. „Bisher reagiert das Ministerium bei allen Schulproblemen nur mit kleinen, vorübergehenden Einzelmaßnahmen. Das ist nur Stückwerk – nach so langer Zeit kann man erwarten, dass Präventionskonzepte vorgestellt werden, die über Notfallmaßnahmen hinaus gehen und Schule als Ganzes begreifen.“ so die Ludwigshafener Landtagsabgeordnete Marion Schneid.
Die CDU-Stadtratsfraktion fordert zeitnah ein fundiertes Konzept für die präventive Arbeit an Schulen vorzulegen und nachhaltig Gelder in Präventionsprogramme, multiprofessionelle Teams und sozial-emotionale Förderung zu lenken. Zudem muss die Ausbildung der Lehrerinnen und Lehrer auf diese Konzepte eingehen. Schule muss zukünftig ganzheitlich betrachtet und entwickelt werden!




